Ein Überblick zu herstellerspezifischen Merkmalen bei Lichtsignalen und der jeweiligen Unterscheidbarkeit.
HM-Ei Einführung
Ein genauerer Blick auf die Elemente der Außenanlage lässt Rückschlüsse auf den Hersteller der zugehörigen Stellwerks- oder Streckenblocktechnik zu. Neben Gleisschaltmitteln, Gleisanschlussgehäusen und Weichenantrieben weisen insbesondere Lichtsignale bestimmte herstellerspezifische Erkennungsmerkmale auf.
Diese Themenreihe stellt einige dieser Merkmale verschiedener Hersteller von Signalen im Bereich der Deutschen Bahn vor.
HM-Hv H/V-Lichtsignale
Von H/V-Lichtsignalen existieren verschiedene Signalschirm-Bauformen, die im Laufe der Zeit konzipiert wurden. Diese sind in ihrer Ausführung weitestgehend herstellerneutral, sodass an dieser Stelle nicht auf die unterschiedlichen Bauformen eingegangen wird. Gleiches gilt für die Signalmasten. Ein gesonderter Beitrag hierzu wird in Zukunft veröffentlicht.
Der Bereich der H/V-Lichtsignale mit zugehöriger Technik ist durch die beiden Signalbaufirmen Lorenz (mit Umfirmierungen zu SEL, Alcatel, Thales, Hitachi) und Siemens geprägt.
Im Folgenden werden verschiedene Unterscheidungsmerkmale aufgeführt. Hierbei ist zu beachten, dass bei den Signalen teilweise Durchmischungen von Hersteller-Varianten vorliegen, sodass an einem Signal Merkmale beider Hersteller vorliegen können. Dies ist insbesondere auf Neuzusammenstellungen oder den Ersatz tauschwürdiger Komponenten zurückzuführen.
1 Signalschirm und Ersatzsignal
Unterschiede beim Signalschirm lassen sich gut anhand der Einheitsbauform von H/V-Signalen betrachten, wobei auch hier Ausnahmen vorkommen können. Bei den neueren Kompaktschirmen können die Merkmale von Ks-Signalschirmen zur Herstellerbestimmung herangezogen werden (siehe HM-Ks).
Für die kleineren Signaloptiken von Kennlicht, Sh 1 und Zusatzlicht kommen bei Lorenz flach ausgeformte und spitz zulaufende Schuten zum Einsatz.
Die Ausführung von Siemens weist sowohl bei kleinen als auch bei großen Optiken ausgerundete Schuten auf. Die Schuten der größeren Optiken sind zudem etwas kürzer gehalten.
Gleich verhält es sich beim Ersatzsignal, wobei die Lorenz-Ausführung in der rechteckigen Variante häufig über eine an den Seiten hervorstehende Frontplatte aufweist.
Die Schuten der Siemens-Variante sind hingegen abgerundet ausgeführt.
Ein Blick auf die Rückseite der Signaloptiken ermöglicht häufig eine direkte Zuordnung zum jeweiligen Hersteller, da dort das entsprechende Firmenemblem vorhanden ist. Hier ist eine ältere Ausführung mit Lorenz-Schriftzug zu sehen.
Auch bei den Ausführungen von Siemens findet sich eine entsprechende Kennzeichnung. Die jeweiligen Leuchtmitteleinsätze unterscheiden sich zwischen den Herstellern leicht in ihrem Erscheinungsbild.
Die Leuchtmitteleinsätze unterscheiden sich abhängig von der Bauform des H/V-Signals und der Anzahl der benötigten Lichtpunkte. Hier ist eine neuere Ausführung von Lorenz mit der späteren Unternehmensbezeichnung SEL zu sehen.
Ein vergleichbares Pendant von Siemens weist zwei Signaloptiken in einem gemeinsamen Gehäuse auf.
2 Schaltkästen an Vor- und Hauptsignalen
Charakteristisch für das Aussehen der Lorenz-Schaltkästen sind die seitlichen Abrundungen. Die Kästen kommen vorwiegend grünlich daher, wobei neuere Ausführungen grau gehalten sind.
Neben der zuvor gezeigten Variante existiert eine kleinere Ausführung für bspw. Vorsignale in gleicher Bauweise.
Bei Siemens lassen sich abhängig vom Alter zwei größere Ausführungen unterscheiden. Zunächst wurden Schaltkästen aus Metall verwendet, die ebenfalls eine grünliche Farbgebung aufweisen, insgesamt jedoch kantiger ausgeführt sind und im Regelfall über einen Drehknauf verfügen.
Auch hier gibt es eine kleinere, aber seltener anzutreffende Ausführung.
Später wurde bei Siemens auf Kunststoff als Material mit hellerem Erscheinungsbild und universeller Größe umgestellt.
HM-Lr Lichtsperrsignale bei RSTW
Die Lichtsperrsignale beider Signalbaufirmen unterscheiden sich bei den seit den 1960er-Jahren vorkommenden Varianten aus Gusseisen äußerlich deutlich voneinander.
Die Abbildung zeigt die Ausführung von Lorenz.
Der Unterschied zur Siemens-Ausführung ist aufgrund der abweichenden Form deutlich erkennbar.
Teilweise lassen sich an Lichtsperrsignalen neueren Datums auch veränderte Schuten feststellen, die die Charakteristika der kleinen Optiken bei Hauptsignalen teilen (siehe HM-Hv #1).
Alleinstellungsmerkmal sind hierbei wieder die Schuten, die in eckiger (Lorenz) oder runder Form (Siemens) daherkommen.
Auf den jeweiligen Rückseiten findet sich eine Prägung des Herstellers mit dessen Bezeichnung zum Zeitpunkt der Produktion.
Die Abbildung zeigt die Rückseite der Siemens-Ausführung.
HM-Ks Ks-Signale
Im Bereich der Stellwerkstechnik im Zusammenhang mit Ks-Signalen sind mehrere Hersteller anzutreffen. Im Folgenden wird auf Hitachi (ehemals Thales, Alcatel, SEL, Lorenz), Siemens, Alstom (ehemals Bombardier) sowie Scheidt & Bachmann eingegangen.
1 Signalschirm
Signalschirme von Hitachi lassen sich an der Einfassung in einen Rahmen mit breiteren Ecken sowie den gewölbten oder eckigen Schuten erkennen.
Blindabdeckungen sind rechteckig ausgeführt.
Signalschirme von Siemens sind ohne sichtbaren Rahmen gestaltet und an den Rändern abgekantet. Blindabdeckungen sind rund ausgeführt.
Auffällig an den Siemens-Schirmen ist die Vielzahl der vorhandenen Vernietungen. Die Schuten sind insgesamt stärker abgerundet.
Signalschirme von Alstom weisen lediglich die für die jeweiligen Optiken benötigten Öffnungen auf und kommen ohne Vernietungen aus. Ein charakteristisches Erkennungsmerkmal ist der Metallrahmen, der den gesamten Schirm umgibt. Die Signaloptiken entsprechen hierbei dem Siemens-Fabrikat.
Die Ausführung von Scheidt & Bachmann unterscheidet sich deutlich von den bisher gezeigten Varianten. Besonders charakteristisch sind die Signaloptiken, die aus vielen kleinen LED-Linsen zusammengesetzt sind. Der Signalschirm nimmt zudem weniger Tiefe ein.
Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die offene Bauweise der Rückseite. Während diese bei den übrigen Herstellern durch eine schwarze Rückwand vollflächig verschlossen ist, sind bei Scheidt & Bachmann die einzelnen Signalgeber einschließlich der Verkabelung sichtbar.
Die Abbildung zeigt zum Vergleich eine geschlossene Ausführung von Hitachi.
2 Zusatzanzeiger
Während bei H/V-Signalen eine Differenzierung der Hersteller anhand der Ausführung mit einzelnen Glühlampen nur schwer möglich ist, werden im Zusammenhang mit Ks-Signalen wiederum deutlich unterscheidbare Anzeiger verwendet. Ältere dieser Ausführungen sind teilweise auch bei H/V-Signalen zu finden.
Bei Hitachi sind die einzelnen Lichtpunkte der Symbole als kleinere, farbige Linsen erkennbar. Der Hintergrund ist vollflächig schwarz, die Glasscheibe leicht gewölbt. Hierbei gibt es eine ältere und eine neuere Variante, die sich äußerlich vor allem durch die Gehäusetiefe, ansonsten aber nur marginal voneinander unterscheiden.
Siemens verwendet in der älteren Ausführung rechteckige, farblose Linsen, wobei die Leuchtfarbe durch Farbscheiben im Gehäuseinneren festgelegt wird. Die gleiche Ausführung kommt oftmals auch bei Alstom zum Einsatz.
Bei der neueren Ausführung ist dagegen ein Raster aus runden Punkten sichtbar, in das einzelne LEDs eingesetzt werden.
Die Anzeiger von Scheidt & Bachmann fallen wiederum durch ihre flache, angeschrägte Bauform auf. Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Varianten werden die einzelnen Lichtpunkte nicht in ein Raster eingesetzt. Stattdessen sind die Anzeiger vollflächig mit LEDs bestückt, die per Software entsprechend dem darzustellenden Symbol angesteuert werden.
3 Schaltkästen
Bei Hitachi kommen anstelle von Schaltkästen gelbe Gleisanschlussgehäuse zum Einsatz, wie sie auch im Gleisfeld verwendet werden.
Bei Signalen von Siemens kommen helle Gehäuse aus Kunststoff zur Anwendung.
Seltener werden bei Siemens-Signalen auch Schaltkästen aus Metall verwendet.
Schaltkästen von Alstom sind hell gestaltet, weisen jedoch eine vergleichsweise große Tiefe auf und bestehen aus Metall. Charakteristisch ist eine rückseitig abgesetzte Montageplatte.
Schaltkästen von Scheidt & Bachmann bestehen aus einem Metall-Gehäuse mit Sockel am Mastfuß.
Vorsignale von Scheidt & Bachmann erhalten gelbe Gehäuse, die den Ausführungen von Hitachi ähneln.
4 Signalmast
Da die Signalmasten von der Mehrheit der Signalbaufirmen nicht selbst produziert, sondern zugekauft werden, ist anhand der Masten in der Regel keine Herstellerunterscheidung möglich. Eine Ausnahme bilden die Masten von Scheidt & Bachmann, die sich wesentlich von den übrigen Ausführungen unterscheiden.
Die von Hitachi, Siemens und Alstom verwendeten Masten bestehen aus zwei vertikalen Profilen, die durch horizontale Sprossen miteinander verbunden sind und dadurch eine Besteigung im Mittelteil ermöglichen. Die Masten sind grün ausgeführt.
Anders verhält es sich bei den Masten von Scheidt & Bachmann. Diese bestehen aus einem verzinkten Stahlprofil mit seitlicher Besteigungsmöglichkeit.
HM-Le Lichtsperrsignale bei ESTW
Insbesondere in Stellbereichen, in denen noch das Doppelrot an Lichtsperrsignalen verwendet wird, kommen die Ausführungen zum Einsatz, wie sie bereits bei den RSTW beschrieben wurden (siehe HM-Lr).
Für Ausführungen mit nur einem roten Licht wurden von den Herstellern neue Bauformen entwickelt.
Hitachi setzt auf eine eckige, flache Variante, die ebenfalls einige Eigenschaften der Hauptsignalschirme aufweist.
Die neuere Variante von Siemens wurde ebenfalls in der Größe reduziert und besteht aus einem rechteckigen, würfelförmigen Gehäuse.
Bei Alstom kommt in älteren Anlagen die ältere Siemens-Ausführung zum Einsatz, wobei die Öffnung für das zweite rote Licht verschlossen ist. In neuen Anlagen wird ein würfelförmiges Gehäuse verwendet, das der Siemens-Ausführung ähnelt.
Lichtsperrsignale von Scheidt & Bachmann treten in zwei Varianten auf. Hierzu gehört eine größere Ausführung mit Blechgehäuse.
Daneben ist auch eine flachere Ausführung zu finden. Charakteristisch für beide Varianten ist die Vertiefung der Signaloptiken sowie die Verwendung der LED-Linsen-Optiken.